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    Androgene (männliche Hormone) im weiblichen Körper – eine Situation, die widersprüchlicher nicht sein könnte. Die längste Zeit fristeten diese Hormone auch ein von der Wissenschaft sträflich vernachlässigtes Dasein. Erst mit verspäteter Intensität wurde der wahre Wert dieser Botenstoffe entdeckt und deren Aufgabenspektrum nach und nach erforscht. Wie immer, wenn sich die Forschung entschließt, die lange Zeit unentdeckt gebliebenen, vielfach auch lustlos beiseite geschobenen Bandbreiten der Hormone auszuloten, sind Überraschungen möglich. Jedenfalls sind die Androgene absolut überraschende Hormone.

     

    Die männlichen Hormone werden im Eierstock der Frau gebildet. Auch im Eierstock, müßte es wohl heißen, denn die Selbstverständlichkeit, mit der Östrogene mit dem weiblichen Geschlecht assoziiert werden, trifft wohl auf die Androgene nicht zu. Tatsächlich hat die Frauenheilkunde in den vergangenen Jahren ihre Forschungsschwerpunkte allzu einseitig auf die Östrogene konzentriert, auch - aber sehr weit abgeschlagen - auf die Gelbkörperhormone. Die Androgene dagegen galten die längste Zeit als Problemhormone, an die man am besten nicht anstreifen sollte. Zu den Nachteilen der Androgene wurden seit jeher unreine Haut, intensive Behaarung und Haarausfall gezählt – aus weiblicher Sicht Mängel, die dieses Hormon unsympathisch erscheinen ließen.

     

    Heute sind diese Hormone längst besser erforscht. Man weiß daher auch, daß die beschriebenen Negativa der Androgene nur dann von Bedeutung sind, wenn die Wirkstoffe in zu hoher Konzentration auftreten. Im normalen (physiologischen) Bereich bewirken die Androgene sehr viel Positives.

     

    Die Androgene haben im weiblichen Körper zwei fundamentale Aufgaben:

    Sie sind Vorläufersubstanzen für die weiblichen Hormone und sie erfüllen auch durchaus selbständige Aufgaben, etwa im Bereich des Skelettbaues oder der Celluliteprophylaxe. Sie haben daher als eigene Hormongruppe einen sehr wichtigen Stellenwert. Um den Wert der Androgene zu kennen, muß man über die Arbeitsweise der Ovarien grob Bescheid wissen. Die Eierstöcke der Frau arbeiten nach dem Zweikammersystem: In der einen Kammer werden die männlichen Hormone hergestellt (das sind die sogenannten "Thekazellen"), und in die zweite Kammer fließen dann diese männlichen Hormone, um dort zu Östrogen weiterverarbeitet zu werden. Östrogene werden daher nie selbständig aus dem Nichts geboren, sondern gelangen immer über die männlichen Hormone in den weiblichen Körper. Beraubte man den weiblichen Organismus der Androgene, käme es sohin auch sofort zum Östrogenmangel.

     

    Es ist Hunderte Millionen Jahre her, daß auch Pflanzen – etwa Bäume – auf die Effizienz von Hormonen zurückgriffen. Bäume haben die enorme Qualifikation der Androgene erkannt und sich diese zunutzegemacht. Seither steuern männliche Hormone die Stärke des Stammes, das Auswachsen der Äste und auch die Vermehrung von Baumarten. Fehlen den Pflanzen diese männlichen Hormone, dann werden aus großen Bäumen kleine, mikrige Sträucher. Sie wachsen nicht, stehen geschwächt herum und können sich nicht mehr vermehren. Das gleiche Syndrom kann gentechnisch erzeugt werden, wenn nämlich die männlichen Hormone experimentell aus den Pflanzen eliminiert werden.

     

    Was bei Pflanzen der Stamm, ist beim Menschen das Knochensystem. Da die männlichen Hormone als die "Hormone der Stärke" gelten, haben sie einen stark aufbauenden und stimulierenden Effekt auf das gesamte Stützsystem des Menschen. Die Androgene sind sogar in der Lage, eine bestehende Osteoporose zu verbessern und die Knochensubstanz nachträglich zu verdichten. Die Menschen werden erfreulicherweise immer älter, und weil sie das tun, gewinnt auch die Osteoporose immer stärker an klinischer Bedeutung.

     

    Die Osteoporose (Knochenerweichung) kann von den Androgenen nicht verhindert werden. Die Prophylaxe dieser gefährlichen Krankheit obliegt den Östrogenen, also den weiblichen Hormonen. Leidet aber eine Frau schon an Knochenerweichung, dann können meist Östrogene allein den Knochenaufbau nicht mehr genug stimulieren. Den therapeutischen Part übernehmen in diesem Fall die männlichen Hormone. Diese können additiv beigezogen werden und eine Neubildung des Knochens bewirken. Während also Östrogene aktiv Osteoporose-vorbeugend eingesetzt werden, haben die Androgene einen kurativen, heilenden Effekt. Was einmal mehr ihrer Bezeichnung als "Hormone der Stärke" zur Ehre gereicht.

     

    Die männlichen Hormone sind aber auch an der Stärkung des Stützsystems von Fett- und Bindegewebe beteiligt. In dieser Funktion haben sie Einfluß auf die von Frauen ungewünschte Cellulite beziehungsweise auf deren Vermeidung. Das Fettgewebe darf man sich nicht als amorphe Masse vorstellen, in der eine Fettzelle neben der anderen aufgereiht ist und in der alle zusammen ein harmonisches Orchester bilden. Eher das Gegenteil ist der Fall – was in der Vergangenheit fast unbeachtet blieb: Das Fettgewebe hat eine Fülle von physiologischen Aufgaben; statt eines einheitlichen Orchesters sind zahlreiche Solisten aktiv. Zunächst sind Fettzellen hormonproduzierende Körperteile; sie sind aber auch Energiereservoir; und daneben verfügen sie auch über Stützfunktionen, die für die Integrität des Körpers nicht unwesentlich sind. In diese Fettschichten eingebettet sind zahlreiche Bindegewebsfasern, die das Fett in kleine Einheiten – Kammern – zusammenfassen. Diese Bindegewebsschichten stehen vor allem unter dem Kuratel der männlichen Hormone aus dem Eierstock. Diese männlichen Hormone entscheiden, in welche Form die Einheiten der Fettmassen gebracht werden. Fehlen die Androgene, dann werden die Fettzellen wie Säulen verpackt. Wie aufrechtstehende Säulen sind sie parallel zueinander aufgereiht. Drückt man durch die Haut seitlich auf die Fettpolster, dann bildet sich der zylindrische Kopf dieser Areale – wie der Durchmesser eines Kreises – an der Oberfläche ab. Das ist die Orangenhaut – die Cellulite.

     

    Kann dagegen das Fettgewebe auf ausreichend männliche Hormone zurückgreifen, dann sieht das Verpackungsmuster des Fettes ganz anders aus: Die einzelnen Bindegewebsschichten stehen nicht mehr parallel zueinander, sondern durchkreuzen sich massiv. Die einzelnen mit Fett gefüllten Kammern sind klein, da sie von vielen Stützsträngen durchzogen sind. Das Gesamtgewebe ist durch die kreuz und quer gezogenen Stützverstrebungen massiv gefestigt. Da die Fettdepots dadurch stark fragmentiert sind, kann sich deren Oberfläche auch an der Haut nicht widerspiegeln. Es gibt keine Cellulite, denn männliches Fettgewebe zeigt keine Cellulite. Die gefürchtete Orangenhaut ist also ein Folgeschaden aus dem Fehlen der Androgene.

     

    Vor vielen Jahren wurde dieses Phänomen von zwei Deutschen – einem Dermatologen und einem Pathologen – auch in sehr eindrucksvoller Weise empirisch nachgewiesen. Diese beiden Mediziner untersuchten Männer, die an einer Chromosomenveränderung – dem sogenannten "Klinefelter-Sydrom" – litten, einem Schaden im Erbgut, der mitunter zu einem Androgen-Defizit führen kann. Jene Männer, bei denen die männlichen Hormone in zu geringer Konzentration vorhanden waren, hatten Cellulite; die Männer mit normalem Androgenspiegel hatten ein Bindegewebe wie jeder andere Mann auch – frei von Cellulite.

     

    Dazu gibt es auch noch das Clochard-Syndrom, das erstmals bei den Bettlern von Paris entdeckt wurde. Es ist bekannt, daß sich diese Personengruppe hauptsächlich von Alkohol ernährt und mehrheitlich unter schweren Leberschäden leidet. Die Clochards haben ein Überangebot an weiblichen Hormonen. Der Grund ist einfach erklärbar: Alkohol bewirkt ein künstliches Wachstum der Fettzellen. Die männlichen Hormone werden in ihrem Fettgewebe verstärkt in Östrogene, also in weibliche Hormone umgewandelt. Kein Problem, wäre die Leber in Ordnung. Das ist sie aber bei Clochards nur selten, also können die Östrogene über dieses Organ nicht mehr ausgeschieden – entsorgt – werden. Die Folge: Bei diesen Männern verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen männlichen Hormonen und Östrogenen zugunsten der weiblichen Hormone. Die Androgene dagegen nehmen in ihrer Bedeutung ab. Die davon betroffenen Männer müssen Konsequenzen in Kauf nehmen, die unübersehbar sind. Viele Clochards bekommen einen Busen, sie sind wenig aggressiv, betont gutmütig, geduldig – und sie verfügen über das gynoide (frauliche) Gewebsverteilungssystem. Das bedeutet: Fast alle Clochards haben Cellulite.

     

    Zur Gegenprobe deuten auch andere Phänomene auf ein Abhängigkeitsverhältnis des Fettgewebes von den Androgenen hin. Unter normalen Voraussetzungen haben Männer nicht unter Cellulite zu leiden. Müssen Männer aber aus medizinischen Gründen (Krebs) orchektomiert (kastriert) werden, passen auch sie voll hinein ins Thesenbild: Binnen kürzester Zeit leiden auch sie unter Bindegewebsschwäche – und Cellulite. Die Cellulite ist eine Hormonmangelerscheinung. Sie spricht hervorragend auf das männliche Hormon an. Dieses wird nicht als Tablette, sondern als Gelee zugeführt oder als Salbe aufgetragen. Cellulite und Bindegewebsschwäche haben zwar Gemeinsamkeiten, sind aber dennoch unterschiedlichen Problemkreisen zuzuordnen:

     

    • Die Cellulite ist durch die typische Orangenhaut – kleine Höcker, die die Fettdepots konturmäßig erfassen – gekennzeichnet;
    • Bindegewebsschwäche dagegen ist durch schlaffes Unterhautgewebe charakterisiert, das sich vor allem an den Oberarmen und Oberschenkeln zeigt.
    • Die Cellulite entsteht durch Mangel an männlichen Hormonen.

     

    Die Bindegewebsschwäche dagegen hat eine komplizierte Entstehungsgeschichte: Sie entsteht durch biochemische Scheren (Kollagenasen), die im Muskel- und Bindegewebe dadurch unangenehm aktiv werden, indem sie diese Körperteile zerkleinern und dann verdauen. Diese Gewebe können sich nicht mehr regenerieren. Mitbeteiligt ist auch das UV-Licht der Sonne. Intensive Sonneneinstrahlung regt die biochemischen Scheren zum Aktivwerden an. Das Gewebe wird devastiert (verwüstet) – oder, wie die Mediziner es nennen, degraduiert. Dieser Zerstörungsprozeß kann über Jahre hinweg ablaufen, ohne daß irgendeine Reaktion sichtbar wird. Ganz plötzlich merkt dann die Frau, daß Oberarme und Oberschenkel schlaff werden. Dann aber ist es für eine Behandlung oft schon zu spät.

     

    Viele Frauen leiden unter diesen Krankheiten, die doch immerhin eine beträchtliche optische Beeinflussung darstellen. Merkwürdigerweise hat sich die medizinische Forschung der Bindegewebsschwäche zwar schon angenommen, aber noch keine brauchbaren Therapien entwickelt. Als Behandlungsmethode wird sich das Kombinationsangebot von Östrogen, Progesteron und Androgenen als das effizienteste erweisen.

    Die männlichen Hormone kommen im weiblichen Körper in einer höheren Konzentration vor als die weiblichen, deswegen müssten sie eigentlich auch als „weibliche Hormone“ bezeichnet werden. Sie sind – wie erwähnt – Vorläuferstoffe für die Östrogene, haben daneben aber auch einen sehr wichtigen, eigenständigen Effekt: um als Hormongruppe der „Stärke“ agieren zu können, stellen sie dem Körper vermehrt Energie zur Verfügung, sie fördern den Fettabbau, vor allem in der Körpermitte und bewirken damit ein erhöhtes Kraftpotential für den Organismus. Die Grundwährung unserer Energie, das ATP, entsteht durch das Verdauen der Fettsäure, die durch die männlichen Hormone mobilisiert werden. Fehlen diese, so beginnt die Frau, „bei vollen Speichern“ zu verhungern. Die Patientinnen berichten, dass sie, obwohl sie Gymnastik betreiben und ihre körperliche Aktivität nicht geändert haben – plötzlich im Bauchbereich an Fett zunehmen. Dies kann seine Ursache in dem Mangel von Androgenen haben, die für den Fettabbau – und gleichzeitig für die Umwandlung in Energie – mitverantwortlich sind. Wenn die Patientinnen gleichzeitig auch über einen Libidoverlust und über ein Größerwerden der Brust berichten, so ist dies ein gutes Indiz dafür, dass dem Verdacht eines Androgenmangels nachgegangen werden soll.

     


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