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    Progesteron - Das Hormon der Weisheit II



    Gewebsumbau   


    Der Körper eines erwachsenen Menschen unterliegt einem ständigen Auf- und Abbau, der "tissue remodelling" genannt wird. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich das vitale Gleichgewicht im menschlichen Körper – der Aufbau wird geringer, der Abbau stärker.

     

    Der Mensch verliert im Alter an Lebenskraft. Dies kann oft deutlich sichtbar werden und mit sehr negativen Folgen verbunden sein: Das Gesicht bekommt Falten, die Muskeln bilden sich zurück und verlieren an Spannkraft, die Nägel an Fingern und Zehen werden schwächer und brüchiger und die Knochen werden dünner; gefährlich dünn sogar, denn die Osteoporose zählt zu den gefährlichen Altersbeschwerden. Die Tendenz des Organismus, im Alter verstärkt Gewebe abzubauen, heißt in der Medizin Katabolismus.

     

    Merkwürdigerweise ist es der medizinischen Forschung noch nicht gelungen, die Gründe für diesen Katabolismus restlos zu erhellen. So wie die Zeit eine physikalische Größe ist, die sich nur in einer einzigen Richtung fortbewegt, scheint das Alter wohl auf Abbau vorprogrammiert zu sein.

     

    Die Medizin hat sich mit dieser destruktiven Sichtweise zu keiner Zeit abfinden wollen, denn der ewige Jungbrunnen war schon immer ein Ziel, das in allen Zeiten der Menschheit angepeilt wurde. Ewig jung bleibt niemand, wohl aber hat die moderne Medizin mittlerweile ein Lebensmodell gesichtet, bei dem das körperliche Abbauprogramm weitgehend ausgeschaltet ist und in dem nur noch der Aufbau zugelassen wird.

     

    Dieses Modell ist die Schwangerschaft. Durch sie wird eine schwangerschaftsähnliche Situation simuliert, die der Frau – auch ohne heranreifendes Kind – privilegierte Gesundheitszustände bietet. Viele Frauen berichten, daß sie sich noch nie so wohl gefühlt hätten, wie während ihrer Gravidität. Ihre Haut war in dieser Zeit wunderschön, die Haare dicht und seidig und die Stimmung extrem positiv. Manchmal gibt es freilich auch Komplikationen – etwa Hormonstörungen, erhöhter Blutdruck oder abnorme Gewichtszunahme. Diese Schattenseiten einer Schwangerschaft sind aber beherrschbar. Der verjüngende Effekt einer hormonellen Schwangerschaftskonstellation überwiegt eindeutig alle Nachteile. Derzeit ist die Medizin noch nicht ganz in der Lage, die Gravidität bis ins letzte Detail zu imitieren, sie ist aber schon sehr weit fortgeschritten. Um das "Modell der Natur" mit natürlichen Mitteln, nämlich mit dem Gelbkörperhormon, komplett zu simulieren, wird die Forschung schon extrem forçiert. Der Frau soll erhöhte Flexibilität, höhere Vitalität und langandauernde Schönheit zuteil werden – auch in jenen Jahren, in denen sie nicht schwanger ist.

     

    Im schwangeren Körper zirkulieren zahlreiche Hormone; meist sind es Umbauprodukte der Eierstockhormone. Ihre Wirkungsweise ist derzeit noch nicht völlig erforscht, die Wissenschaft arbeitet aber mit großem Aufwand an der Entschlüsselung. Ein Ergebnis steht aber fest: Die meisten positiven und verjüngenden Eigenschaften kommen vom klassischen Schwangerschaftshormon Progesteron.

     

    In der Frauenheilkunde der vergangenen Jahrzehnte wurde das Progesteron lediglich dazu eingesetzt, um die Gebärmutterschleimhaut zu normalisieren, um einen regulären Zyklus zu gewährleisten und dadurch ein Menstruationschaos zu verhindern. Das Gelbkörperhormon bzw. seine künstlich erzeugten Verwandten, wurden die längste Zeit zur Regulierung oder Auslösung der Monatsblutung verwendet. Das viel breitere Wirkungsspektrum dieses Schwangerschaftshormons wurde erst in den letzten Jahren entdeckt. Die Forschung enthüllte erst relativ spät das Prinzip dieses Hormons. Es hemmt nämlich den Abbau vieler Gewebe dadurch, daß es die sogenannten "Matrixmetalloproteinasen" unterdrückt, das sind biochemische Scheren, die im "tissue remodelling" die Aufgabe des Abbaues von Gewebe erfüllen.

     

    Diese Matrixmetalloproteinasen sind also kontraproduktiv, denn sie fördern den Alterungsvorgang durch Gewebsabbau. Und überall dort, wo Organe, Stützgewebe und Kollagen (Bindegewebe) altern oder leichte Beschädigungen aufweisen, zerschneidet der Körper diese mit Hilfe von Enzymen in kleine Stücke (daher der Ausdruck "biochemische Scheren") und führt sie der Verdauung zu.

    Im Alter, aber auch unter Belastung werden diese Enzyme verstärkt und sie beginnen hemmungslos alles zu zersäbeln, was sich ihnen anbietet. Das Progesteron hemmt diese Zerschnipselungsorgie und verhindert (zumindest teilweise), daß überschießendes Gewebe abgebaut wird. Dieser Bremsmechanismus des Progesterons dient natürlich zu allererst der Schwangerschaft und dem heranwachsenden Kind. In dieser Phase, in der neues Leben entstehen soll, müssen alle unnötigen Abbauprozesse blockiert werden – vor allem jene, welche das Wachstum stören könnten.

     

    Bildlich gesprochen, legt das Gelbkörperhormon förmlich seine schützende Hand auf die weiblichen Organe, vor allem auf die Gebärmutter mit dem darin permanent größer werdenden Embryo – und stellt so quasi das gesamte Gebärsystem unter Sicherheitskuratel.

     

    Die Devise dieser Zeit: Auf- und nicht Abbau.

     

    Manche Frauen freuen sich während ihrer Schwangerschaft über makellos schöne, faltenfreie Haut – ein Zustand, der durch die Progesteron-gebremste Wirkung der biochemischen Scheren verständlich wird. Im Alter zerschneiden diese Scheren auch das Kollagen unter der Haut – die elastischen Fasern werden dabei durch die gleichen Enzyme verdaut, die im "tissue remodelling" den Gewebsabbau bewirken. Dadurch entstehen die Falten.

     

    Natürlich gäbe es auch für die Gesichtshaut ein Blockierungssystem, das die Kollagenasen – so nennt man in der Medizin diese Abbaumechanismen – in die Schranken weist. Bei dieser Art der Abbaublockade müßten viele der erforderlichen Voraussetzungen stimmen, was leider nicht immer der Fall ist. Denn das Blockiersystem ist extrem leicht irritierbar. Die geringste Belastung der Gesichtshaut führt sofort unweigerlich zur Verletzung der oberflächlichen Zellen. Und diese Verletzung wiederum mobilisiert prompt die biochemischen Scheren, die sich mit heftiger Akkuratesse ans Zerstörungswerk machen. Können diese "Scheren" nicht unterdrückt werden, dann beginnen sie, über die beschädigten Hautteile herzufallen, diese zu verdauen – und das in einem Übermaß, was durch den Aufbau ganz normalen Gewebes gar nicht mehr wettzumachen ist.

     

    Der schlimmste Feind unserer Haut ist die Sonne mit ihren UV-Strahlen. Und diese Sonneneinwirkung ist Irritation genug, um die biologischen Scheren zu wahren Freßorgien zu animieren. Einerseits ist Sonnenlicht die Voraussetzung für irdisches Leben, denn es mobilisiert jene geheimnisvollen Kräfte, deren segensreiches Wirken des Lichtes der Sonne bedarf. Andererseits aber ist das Sonnenlicht extrem gefährlich, denn es kann auch den Tod bewirken. Die Abhängigkeit des Hautkrebses vom UV-Licht der Sonne ist wissenschaftlich längst erforscht – zahlreiche Experten warnen mittlerweile über alle Medien vor den Gefahren der Sonnenbestrahlung. Über die Kollagenasen wird aber auch das Dünnerwerden der Haut, ihr Altern, und vor allem die Faltenbildung durch die UV-Strahlung ausgelöst.

     

    Die Formel ist einfach: Je mehr UV-Strahlen, umso stärker die Wirkung der biochemischen Scheren. Und je intensiver deren Arbeit, desto schneller altert die Haut. Die Abbauvorgänge vollziehen sich unmittelbar. Trifft also ein Übermaß an UV-Belastung auf das Gesicht, zerstören auch schon die Elektronen des Lichtes einige Strukturen der Hautzellen. Diese verwundeten oder zerstörten Zellen rufen schnell die Kollagenasen zu Hilfe, die sich sofort an die Arbeit machen und das tiefer gelegene Kollagen der Haut in Stücke zersäbeln. Und schon nimmt die Zerstörung unwiderruflich ihren Lauf.

     

    Das gesunde Outfit einer gebräunten Haut täuscht schwer. Durch den Bräunungseffekt werden diese Scheren mitunter so stark stimuliert, daß sich der Hautabbau über Jahre hinaus vermehrt fortsetzt, bis zuletzt, manchmal schon zur Lebensmitte, irreversible Hautschäden übrigbleiben. Wer sich dabei einen tödlichen Hautkrebs zugezogen hat, hat das schlechtere Los gezogen; wer dann "nur" unter schlaffem Bindegewebe zu leiden hat, darf sich zumindest über Glück im Unglück freuen. Bindegewebsschwäche entsteht nach dem gleichen Prinzip: Jene Kollagenfasern, die das unterhalb der Haut befindliche Bindegewebe durchziehen und festigen, werden auch durch die genannten Scheren zerstört.

     

    In begrenztem Umfang kann das Progesteron Hilfestellung geben. Da das Gelbkörperhormon während einer Schwangerschaft ja den Abbau verschiedener Organe bremsen kann, blockt es – auf die Haut aufgetragen – auch die "Verdauungsmaschinerie" ab. In beschränktem Rahmen kann es also den UV-induzierten Alterungsprozeß der Haut stoppen.

     

    Eine gleiche Wirkung geht von der Vitamin-A-Säure aus, einem Hormon, das dem Progesteron ähnelt. Die Vitamin-A-Säure kann den Alterungsprozeß der Haut verzögern und wird daher in der Dermatologie eingesetzt.

     

    Kein Buch über gesundes Leben, in dem nicht vor den Gefahren des Nikotins gewarnt wird. Das Nikotin unterstützt die biochemischen Scheren leidenschaftlich, es ist daher ein Gegenspieler des Progesterons. Ähnlich wie die UV-Strahlen der Sonne, üben die Inhaltsstoffe des Rauchens die gleiche Stimulation auf die Kollagenasen aus. Auch dieser Zerstörungsprozeß läuft unmittelbar ab: Das Rauchen initiiert synchron die Kollagenasen, die sofort in vermehrter Zahl unter der Haut freigesetzt werden und ohne zu zögern beginnen, das Kollagen zu zerschneiden und zu verspeisen.

     

    Erstaunlicherweise haben Airline-Bedienstete ein besonders gutes Gefühl für Hautschäden. Sie müssen berufsbedingt am Tag mehrere Hundert Passagiere an den Schaltern abfertigen. Routinemäßig stellen sie die Frage: "Raucher oder Nichtraucher?". Einschlägige Untersuchungen ergaben, daß erfahrenes Check-in-Personal auf diese Frage verzichten kann – mit einer extrem hohen Trefferquote wissen sie die richtige Antwort im vorhinein. Sie brauchen nur einen kurzen Blick auf die Haut des Passagiers links und rechts der Augen zu werfen – und schon wissen sie Bescheid. Raucherinnen sind durch rund ums Auge konzentrierte krähenförmige Falten leicht enttarnbar. Diese Fältchen sind aber keine unmittelbare Folge des Rauchens – sie entstehen indirekt durch Aktivierung von Zerstörungsenzymen, die durch UV-Strahlen und/oder Nikotin stimuliert werden.

     

    Das Östrogen ist gut, das Progesteron ist gut – wie gut muß erst eine Kombination aus beiden Hormonen sein?, fragten sich die Mediziner. Es steht fest, daß beide Hormone die Haut kosmetisch äußerst positiv beeinflussen. Auch vom Östrogen ist bekannt, daß es die Kollagenneubildung stark stimuliert. Kürzlich hat man also dem hormonellen Kosmetikum Östrogen auch das Progesteron beigefügt und das zu einer kosmetischen Salbe gemischt. In den USA wird diese bereits zum Kauf angeboten und als Erfolg gepriesen. Das Produkt hemmt verstärkt die biochemischen Scheren, es verhindert den Alterungsprozeß der Haut zwar nicht, aber es bremst ihn nachhaltig. Und es stoppt auch die Abbauenzyme, die in letzter Konsequenz die Faltenbildung bewirken. Das Kombinationspaket muß also vorsichtig positiv beurteilt werden. Die Wirkung des Doppels basiert auf der Aufgabenteilung der Komponenten.

     

    Dem Progesteron kommt die Aufgabe zu, die Haut jung zu erhalten. Es unterdrückt – durch Simulation einer Schwangerschaft – jene Enzyme, die den Abbau der Zellen beschleunigen würden. Das "Schwangerschaftssyndrom" – Sicherstellung der mütterliche Organe und Schutz des heranwachsenden Kindes – kommt durch das Progesteron voll zum Tragen.

     

    Und den Rest – Schönheit, Elastizität, Makellosigkeit – gibt der Haut die Östrogenkomponente.

     

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