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    Der Fall Ulrike - Gewichtsprobleme



    Frau Ulrike hat seit ihrer Pubertät Probleme mit der Figur. Sie ist nicht wirklich übergewichtig, denn das Gewicht entspricht ihrer Körpergröße. Das Unglück begann unmittelbar nach der Pubertät. Damals merkte Ulrike, wie ihre Brüste größer, die Oberschenkel dicker und die Gefäßknochen immer breiter wurden. Schon als junge Frau genierte sich Ulrike, einen Bikini zu tragen – sie kam sich darin seltsam pummelig vor.Diese einseitige Gewichtszunahme kam einige Jahre nach der Pubertät zum Stehen. Als Ulrike aber begann, Empfängnisverhütung mit der Pille zu betreiben, flackerte die Gewichtsproblematik wieder auf, innerhalb von drei Monaten hatte sie um fünf Kilo zugelegt. Und zwar ausschließlich am Gesäß. Ulrike hörte sofort auf, die Pille zu nehmen und langsam baute sie das Gewicht auch wieder ab.Größere Wechselbeschwerden hatte Ulrike nicht. Die leichten Hitzewallungen waren auszuhalten. Was sie beunruhigte, waren neuerliche Figurprobleme. Diesmal aber nicht am Gesäß, sondern am Bauch. Ulrike konnte ruhigen Gewissens von sich behaupten, gemäßigte Eßgewohnheiten zu haben. Sie aß weder zu viel noch zu fett. Dennoch merkte sie von Monat zu Monat, wie der Fettansatz – schwimmreifenförmig um den Bauch herum angeordnet – immer üppiger wurde. Ulrike führte eine ausgezeichnete Ehe, aber dennoch wurde ihr immer mehr bewußt, wie sehr sie eigentlich darunter zu leiden begann, vom eigenen Ehemann berührt zu werden. Vor Sex empfand sie Widerwille, jede Umarmung war ein Horror für sie. Gleichzeitig traten am Oberschenkel Hauteindellungen auf – trotz sportlicher Betätigung entstand die Cellulite. Der Frauenarzt verschrieb eine Salbe mit männlichen Hormonen. Langsam wurde das Bindegewebe im Cellulitebereich wieder straff – die Orangenhaut verschwand. Nach einiger Zeit merkte Ulrike auch, daß das Bauchfett weniger wurde.

     


    Übergewicht - Geisel der Frau



    Was immer der Mensch tut – er braucht hiefür Energie. Jeder Denkprozeß, jede Bewegung, Sport, ja sogar das Betrachten einer Blume – ohne Energie ist das alles nicht möglich. Wie sich ein Auto ohne Sprit nicht bewegen kann, kann der Mensch nicht leben ohne die erforderlichen Energiemengen.

      

    Als erstes Leben auf unseren Planeten kam, war Zucker die erste Energiequelle. Bakterien und Viren bauten Kohlenhydrate ab und schöpften daraus die Kraft für ihre Vermehrung. Allerdings hat Zucker einen sehr großen Nachteil: Er ist nur begrenzt und nur in sehr kleinen Dosen speicherbar. Wäre beispielsweise ein Zugvogel auf Zuckerreserven angewiesen, scheiterte sein herbstlicher Flug in den Süden – er müßte unterm Gefieder so viele Zuckermoleküle aufladen, daß er wegen des hohen Gewichts nicht mehr fliegen könnte.

     

    Die Lebewesen konnten sich erst dann weiterentwickeln, als eine neue Form der Energiespeicherung möglich wurde, die es erlaubte, auf engem Raum große Treibstoffmengen unterzubringen. Dieses neu entdeckte Reservoir ist das Fett. In den winzigen Molekülen verbergen sich energiereiche chemische Stoffe, die den Motor Leben ununterbrochen mit Energie – Treibstoff – versorgen.

     

    Im Körper der Frau gibt es zwei Regionen, die in unterschiedlicher Weise von den Hormonen – was das Fettgewebe betrifft – abhängig sind. Im Oberschenkel- und Gesäßbereich werden die Fettzellen durch Östrogen und Progesteron vergrößert, während im Bauchbereich ein Mangel an männlichen Hormonen Gewichtsprobleme auslöst.

     
    Ein Größenvergleich: Entspräche ein Zuckermolekül einem Glas voll Energie, wären das bei einem (mit dem Zucker vergleichbaren) Fettsäuremolekül zwölf Gläser gefüllt mit Energie.

     
    Das Fett ist die Energiequelle des Lebens. Nur das Fett befähigt unseren Körper zum Leben – wie ein Auto ohne Sprit wäre auch ein menschlicher Körper ohne Energiequelle kraftlos. Die Träger dieser Energie sind die Fettzellen, die überall im Körper verstreut sind – im Muskelgewebe, zwischen den Organen, unter der Haut. Einfach überall.

     

    Vor kurzem machten die Forscher eine aufregende Entdeckung: Fettzellen sind nicht nur einfach irgendwelche Depots, die wir mit uns herumschleppen, Fettzellen produzieren auch eine ganze Reihe von Hormonen. Nicht nur: Sie stehen in ständiger Verbindung mit dem Gehirn, der Hirnanhangdrüse und den Keimdrüsen – sie sind also Teil eines gut ausgetüftelten Kommunikationssystems, das den gesamten Körper überzieht. Das Steuersystem richtet sich großteils danach, ob Energiereserven – Fett – zur Verfügung stehen; deren Funktionsfähigkeit orientiert sich am Energiepotential. Das ist auch der Grund, warum biologische Wächter im Nervensystem ununterbrochen die Fettmenge kontrollieren. Sinkt es unter eine kritische Menge ab, droht dem Körper Gefahr. Ein (symbolisches) rotes Warnlicht leuchtet auf. Es signalisiert, daß entweder nachgetankt, die Leistung gedrosselt oder das ganze System überhaupt zum Stillstand gebracht werden muß. Davon besonders betroffen ist die Fortpflanzung – ein Prozeß, der mit extrem hohem Energiebedarf verbunden ist. Stehen diese Energiemengen dem Körper nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, gibt es keine Reproduktion. Der Eierstock überprüft daher auch permanent, ob ausreichend Fett vorhanden ist. Fettmangel bedeutet das Ende der Hormonproduktion und das Ausbleiben der Menstruation. Sportlerinnen und Balettänzerinnen, die aus beruflichen Gründen zur drastischen Gewichtsreduktion gezwungen sind, kennen dieses Phänomen. Bei ihnen treten gehäuft Zyklusstörungen auf, sehr oft bleibt die Monatsblutung überhaupt aus. Die Begründung leitet sich aus dem beschriebenen Mechanismus ab: Der Eierstock merkt den dramatischen Fettabbau und beendet, in Ermangelung weiterer Energie, seine Aktivität.

     

    Für die Kommunikation zwischen Fettgewebe und Geschlechtsfunktionen sorgt ein eigenes Hormon - das Leptin. Dieses wird in den Fettzellen gebildet. Es zirkuliert im Blut und durchwandert auf diesem Weg die unterschiedlichsten Organe. Darunter auch das Gehirn, wo die Informationen über die vorhandenen Fettmengen ausgewertet werden. Ist ausreichend Fett vorhanden, steigt auch die Leptinmenge im Blut an – und das Gehirn erteilt dem Eierstock den Arbeitsbefehl. Sinkt aber das Leptin aufgrund schwindender Fettzellen ab, signalisiert das der Hirnanhangdrüse einen Energiemangel. Und der Eierstock drosselt sofort seine Leistung – er arbeitet langsamer, oder hört überhaupt auf.

     

    Wird bei Frauen die Menstruation unregelmäßig, fragt der Arzt zuerst nach dem Gewicht: Gab es in jüngerer Zeit Schwankungen? Gab es Gewichtsabnahmen? Wieviele Kilogramm?

     

    Gewichtsschwankungen sind Ausdruck von Menstruationsunregelmäßigkeiten.

     

     

     

    Das Fettgewebe spendet Energie, aber nicht nur für die Fortpflanzung. Auch im Stress oder in Gefahrensituationen greift der Organismus auf diese Energiereserven zurück. Er spaltet Fettsäuren und verleiht dem Körper die Fähigkeit davonzulaufen, Fieber zu ertragen oder die erforderlichen Abwehrstoffe zu bilden. Das Adrenalin öffnet sofort die Fettzellen und ruft die darin enthaltenen Fettdepots zur Energieproduktion auf. Der Organismus kann in diesem Ambiente auch den größten Stress bewältigen – zumindest in den meisten Fällen. Ist der Organismus gestört, kann es schon passieren, daß der Mensch unter Stress zusammenbricht.

     

    Wie sehr die Fettreserven des Menschen und extremer Stress in Zusammenhang stehen, kann ein kardiologischer Fall illustrieren. Ein männlicher Patient mußte sich in einem Spital einer Koronarangiographie unterziehen, das ist eine nicht ganz ungefährliche invasive Untersuchungsmethode, bei der ein Katheter in der Leistenbeuge eingeführt und über das Blutsystem bis ans Herz herangeführt wird. Der Patient wußte, daß diese Untersuchung der Herzkranzgefäße darüber entscheidet, ob an ihm eine Bypaßoperation durchgeführt werden muß oder nicht. Der Stress war so stark, daß dieser Patient innerhalb von 24 Stunden fünf Kilogramm Körpergewicht verlor.

     

    Aber dieses Beispiel illustriert, daß Fett mehr ist als ein unangenehmer Speicher mit häßlichen Begleiterscheinungen. Fett ist auch Garant, daß der Organismus Stress bewältigen und mit Extremsituationen fertigwerden kann.

     

    Auch das Wachstum ist fettabhängig. Zwischen Körper und Fettreserven findet eine permanente Kommunikation statt – vor allem dann, wenn der Organismus weiter wachsen oder wenn er irgendwelche Reparaturen vornehmen will. Jene Hormone, die zwischen Wachstum und Fettgewebe unentwegt hin und her pendeln, sind die Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktoren, die in der Leber gebildet werden und in den unterschiedlichen Organen die Regeneration sowie die Aufbauphase garantieren. Auch sie sind sensibel auf die Energiedepots. Sind diese ausgebeutet, leidet auch der Auf- und Umbau des Körpers.

     

    Die großen Hormonsysteme kommunizieren also mit dem Fettgewebe:

     

     

     

    • Das Leptin, das eine Achse zwischen dem Fettgewebe und der Fortpflanzung bildet;
    • das Adrenalin, das unter Gefahr Fettzellen zu Hilfe holt; und
    • die Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktoren, die nur dann Aufbauarbeit in Angriff nehmen, wenn sie von den Fettzellen dazu angeregt werden.

     

    Das Fett ist also eigentlich ein sehr prominentes Organ, das von vielen anderen Körperteilen um Rat befragt wird. Fett entscheidet aber auch maßgeblich, was in den unterschiedlichsten Körperteilen – etwa den Eierstöcken – zu geschehen hat. Fett macht nicht nur dick, es dirigiert auch die verschiedensten Funktionen unseres Körpers. Diese ungemein wichtige Rolle darf nicht verwundern, hat doch stets der das Sagen, der über Ressourcen verfügt.

     

    Fett ist Energie, es ist Treibstoff und Voraussetzung für das gesamte Leben.

     

     

    Es gibt noch einen Aspekt, der mit dem Fett in enger Beziehung steht: die Sexualität. Vordergründig ist das Gesäß ein plakatives Sexsymbol - letztlich ist dieser Körperteil eine Ansammlung von Fettzellen.

    Auch die Ernährung des neugeborenen Kindes hängt vom Fettreservoir des mütterlichen Organismus ab. Die Produktion von Muttermilch garantiert seit Jahrmillionen das Leben neugeborener Tiere und Menschen. Die Milchproduktion ist ein energiereicher Vorgang; sie hängt allerdings davon ab, ob die Mutter ausreichende Reserven besitzt. Diese Kraftquellen der Mutter sind die Fettzellen des Gesäßes. Dorthin wurden sie von der Natur plaziert, weil der Gesäßmuskel ein ideales Speichermedium ist. Das Fett des Gesäßes und auch des Oberschenkels stehen unter Hormoneinfluß. Diese Fettzellen werden vom Körper speziell geschützt und können auch in Hungersnöten nicht beliebig ausgebeutet werden. Benötigt beispielsweise der weibliche Organismus unter Stress zur Bewältigung körperlicher Anstrengungen oder zur Gewebserneuerung Energie, so darf er diese nicht aus den Fettzellen des Gesäßes gewinnen. Jede andere Fettzelle, etwa die des Bauches, wird vom Organismus zuerst abgebaut. Das Fett des Gesäßes dagegen wird bis zum Schluß besonders verteidigt. Dieses Fett steuert die Milchproduktion, es dient somit der Ernährung des Nachwuchses und damit der Erhaltung der Art. Für die Evolution ist diese Aufgabe mit Abstand die höchste aller Prioritäten. Das Gesäßfett symbolisiert Fruchtbarkeit. Es garantiert ausreichend Energie, um den Nachwuchs auch noch Jahre nach der Geburt zu ernähren.

     

    Der Blick des Mannes auf das weibliche Gesäß hat neben der erotischen auch noch eine evolutionäre Komponente: Der Mann taxiert mit unbewußtem Blick das vorhandene Energiereservoir.

     

    Die Erhaltung der Art, aber auch der Gene hängt somit vom Gesäßfett ab.

     

     

     

    Entsprechende Brücken des Unterbewußtseins werden heute von der Werbung oft bis hart an die Grenzen des guten Geschmacks ausgenützt; der Sexappeal dieses Körperteiles wird als kommerzielles Vermarktungspotential mobilisiert. Dieses sogenannte Glutäalfett hat somit eine gleichermaßen vitale wie auch erotische Facette.

    Die Geschlechtshormone - Östradiol und Progesteron - sind die Stimulatoren des Gesäßfettes. Diese Hormone sind die Voraussetzung für eine Schwangerschaft und werden auch während der Gravidität vom weiblichen Körper in großen Mengen produziert. Die Hormone vergrößern die Fettzellen um ein Vielfaches und erleichtern damit die Fetteinlagerung. Die Zellen des Gesäßes werden so lange als Depot benützt, bis das Fett zum Stillen gebraucht wird.

    Leiden Frauen an Übergewicht muß zunächst differentialdiagnostisch geklärt werden, welcher Teil des Körpers vom Übergewicht betroffen ist. Ist es Gesäßfett, muß ein Übermaß an weiblichen Sexualsteroiden als Ursache angenommen werden. Es ist zu prüfen, ob Östrogen oder Gelbkörperhormon in zu hohen Dosen vom Körper hergestellt werden, bzw. ob diese Hormone im Übermaß von außen zugeführt werden. Sehr oft zeigt sich dieses Problem bei Frauen, die die Pille nehmen, oder die sich nach den Wechseljahren einer Hormonsubstitution unterziehen. Eine Therapie gegen übermäßiges Gesäßfett ist einfach: Die Hormondosis muß reduziert werden, was einen stimulativen Abbaueffekt auf die Fettzellen des Gesäßes auslöst.

     

    Allerdings können Hormonstörungen das Gesäßfett auch vermehren. Obwohl der Monatszyklus der Frau scheinbar ungestört abläuft und auch die Blutungen regelmäßig eintreten, kann es doch passieren, daß der Eisprung nicht stattfindet. Die Gelbkörperphase ist also nicht in der Lage, die Östrogenphase zu verdrängen - während des ganzen Monats wird der weibliche Organismus also von Östrogen durchflutet. Dieser Östrogenüberschuß kann auch eine Ursache für eine Gewichtszunahme sein. Es muß daher zuerst eine Hormonstörung behoben werden, um die Größenzunahme der Fettzellen im Gesäß zu verhindern.

     

    Medizinisch erklärt sich der Bauchspeck ganz anders. Der Fettansatz um den Nabel unterliegt anderen biochemischen, hormonellen und molekularbiologischen Gesetzen. Auch Adrenalin kann nämlich Fettsäuren mobilisieren, um daraus in Extremsituationen Energie zu erzeugen.

     

    Um dem Adrenalin den Zugang zum Fett überhaupt erst zu ermöglichen, müssen die Zellen mit sogenannten Rezeptoren - eine Art biologische Schlüssel - geöffnet werden. Diese Rezeptoren unterstehen dem Einfluß der männlichen Hormone. Das Testosteron baut sie auf und erlaubt so die Freisetzung von Fett. Das Unterhautfettgewebe des Bauches benötigt demnach zur Mobilisierung des Fettes männlicher Hormone.

     

    Das Testosteron war lange Zeit nur das Stiefkind der Endokrinologen. Während sich das Östrogen in der Forschung höchster Beliebtheit erfreute, und diese Aufmerksamkeit sich danach auf das Progesteron erstreckte, wurde dem Testosteron nur wenig Bedeutung zugemessen. Zu Unrecht - dieses männliche Hormon wird vom weibliche Eierstock in viel größerer Menge freigesetzt als das Östrogen.

     

    Auch nach dem Wechsel bildet das Ovar Androgene (männliche Hormone). Auch noch in der Postmenopause versorgen die Eierstöcke den weiblichen Organismus weiter mit hormonellen Botenstoffen. Werden die Eierstöcke entfernt, können auch keine männlichen Hormone mehr gebildet werden.

     

    Mitunter legt die Pille die Androgenproduktion lahm. Schließlich ist es doch die Aufgabe einer hormonellen Empfängnisverhütung, die Schwangerschaft durch Unterdrückung der Eierstockaktivität zu verhindern. Zwei der drei Ovarhormone, nämlich Östrogen und Gelbkörperhormon, sind in der Pille enthalten. Das dritte Hormon - das Androgen - wurde vergessen und fehlt manchmal der Frau. Es kommt gelegentlich zu einem hormonellen Ungleichgewicht. In freilich eher seltenen Fällen führt das zum Nachlassen der sexuellen Freude und zur Ansammlung von Fettzellen am Bauch.

     

    Die Zufuhr männlicher Hormone - die Androgenersatztherapie - muß sich in der Frauenheilkunde erst emanzipieren - in vielen Arztpraxen ist sie noch nicht bekannt bzw. nicht akzeptiert.

     

    Immer wenn aber verstärkte Fettbildung am Oberbauch auftritt oder die Lust am Sex sinkt, sollte an Androgenersatz gedacht werden.

     

    Es ist aber Vorsicht angebracht. Werden männliche Hormone falsch zugeführt, kann das Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben. Diese Schäden werden am effizientesten dadurch umgangen, daß die Hormone als Salbe über die Haut zugeführt werden. Dadurch wird die Leber nicht belastet und eine Veränderung des Zuckerstoffwechsels verhindert.

     

    Neben Bauch und Gesäß gibt es noch einen dritten Ort, wo sich Fettzellen aufblähen und zu enormen Gewichtsproblemen führen können - das Fett der Gedärme (auch Gekrösefett genannt). Man sieht es zwar von außen nicht, es bläht aber den Bauchraum auf, was Rückschlüsse auf das darin angehäufte Fettdepot zuläßt.

     

    Übermäßiges Gedärmefett ist ganz besonders heimtückisch. Es bildet eorme Streßhormone, die in die Blutbahn abgegeben werden. Dieses Gedärmefett steht unter dem direkten Einfluß des Cortisols, des wichtigsten Streßhormons der Nebenniere. Stress und übermäßiges Essen potenzieren das innere Fettdepot - sie führen zu einer extrem unangenehmen Form des Übergewichtes.

     

    Liegt eine derartige Störung vor, wird der Arzt vor den Wechseljahren eine Gelbkörperhormontherapie empfehlen. Nach der Menopause kann mit der Zufuhr von DHEA (Dehydroepiandrosteron) geholfen werden.

     

    Grundsätzlich beeinflussen weibliche Geschlechtshormone die Body composition - die Muskelverteilung und die Menge des Fettgewebes. Alles das geschieht nicht zufällig, sondern unterliegt dem Überlebensplan der Natur. Das Fettgewebe ist also einlebenswichtiges Organ, vergleichbar mit Herz oder Niere.

     

    Das Übergewicht ist evolutionsgeschichtlich ein vollkommen neuer Aspekt. Bis vor hundert Jahren war es sowohl bei den Säugetieren als auch beim Menschen unbekannt. Im vergangenen Jahrhundert wurde das Überlebens- zum Wohlstandsfett. Das 20. Jahrhundert führte zur Erkenntnis, daß zu wenig Fett ebenso schädlich ist wie zu viel.

     

    Fettgewebe ist von einer enormen biologischen Wichtigkeit. Es ist ein wertvoller Energiespeicher, der verantwortungsvoll unter Balance gehalten werden muß. Die Korrektur des Körpergewichtes ist nur aus kosmetischen Gründen erforderlich, der gesamte menschliche Organismus ist auf optimale Fettausgeglichenheit aufgebaut. Denn nur unter diesem Aspekt können zahlreiche Systeme optimal funktionieren.

    Heutzutage ist die größte Herausforderung die Verhinderung von Übergewicht. Es ist zu unterscheiden, ob Gewicht reduziert, oder ob es gehalten werden soll. Ein richtiges Gewicht beizubehalten, wird durch normale Eßgewohnheiten, Sport und allgemeine diätetische Verhaltensregeln garantiert. Gewichtsreduktion dagegen ist ohne Kalorieneinschräkung nicht möglich. Man wird eine Mahlzeit einsparen und dem Körper generell weniger Nahrung anbieten müssen. Die Gewichtsabnahme geschieht vor allem über den Kopf und ist nicht möglich, wenn die innere Willenseinstellung hiezu nicht gegeben ist.

     

    Bei der Gewichtsreduktion hat sich ein Mittel besser bewährt als zahllose, oft sündteure Abmagerungskuren: der Verzicht auf die Abendmahlzeit [Dinner Cancelling]. Dadurch kommt es zu einem leichten Absinken des nächtlichen Glukosespiegels im Blut und zu einem Anstieg des Melatonins (des Hormons der Nacht) sowie zu einer Neubildung von Wachstumshormonen. Wachstumshormone bauen Fettzellen ab. Es lohnt sich daher, diesen Effekt für gezieltes Abnehmen einzusetzen.

     

    In den Wechseljahren stellt sich die Stoffwechselsituation der Frau um, weshalb es besonders in diesem Lebensabschnitt erforderlich ist, kalorienbewußt zu leben. Wird ab und zu das Abendessen gecancelt, kann das - übrigens für Frauen und Männer gilt dieses Dinner-Canceling-Konzept in allen Lebensabschnitten - gesundheitliche Wunder bewirken. Dies muß nicht täglich geschehen, wer jedoch zwei- oder dreimal wöchentlich auf das Abendessen verzichtet, braucht sich vor Gewichtsproblemen nicht zu fürchten.

     

    Ein besonderes Problem ist der Alkohol. In kleinen Mengen genossen, hat er sicher auch gesundheitsfördernde Effekte. Allerdings kann Alkohol auf direktem Wege auch in Fettsäuren verwandelt werden, womit die Fettgewebsareale des Körpers übermäßig aufgebläht werden. Alkohol, auch in kleinen Mengen, verhindert den Fettabbau. Er wandert sofort in die Fettzellen, um deren Volumen zu vergrößern.

     

    Wer also Gewicht reduzieren will, muß apodiktisch auf Alkohol verzichten. Wein, Bier und auch harte Alkoholika haben einen fettfördernden Effekt.

     

    Im Alter verändert sich die Körpersilhouette. Trotz Diät und Sport nimmt das Fettgewebe zu, das Muskelgewebe ab. Auch die größte Diätdisziplin ändert wenig an der Neugestaltung der Body composition.

     

    Die Medizin ist derzeit dabei, Altersstrategien gegen die Zunahme des Fettgewebes zu entwickeln. Die Forschung hat erkannt, daß im Alter zu wenig Wachstumshormon gebildet wird und an seine Stelle Fettgewebe tritt. Das Wachstumshormon verhindert, daß Eiweiß zur Verbrennung und zur Energiegewinnung herangezogen wird. Schließlich sind Eiweißstoffe lebenswichtige Organe, also zu kostbar. Im Notfall könnte der Körper auch aus diesen Geweben Energie gewinnen. Das Wachstumshormon verhindert jedoch diese absolut destruktive Art der Proteinverbrennung.

     

    Das Wachstumshormon balanciert zwischen Muskel- und Fettgewebe. Fehlt dieses Hormon, neigt sich die Waage zugunsten des Fettes und zuungunsten der Muskel. Die Folge: Die Body composition wird "fettig". Vom Arzt kann in solchen Fällen Wachstumshormon zugeführt werden. Wegen der komplexen Folgen einer Wachstumshormonsubstitution muß diese Behandlung unter absoluter ärztlicher Aufsicht erfolgen

     

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