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    Die Haut - Spiegel der Seele



    Der Fall Maria - Hautprobleme

    Frau Maria ist eine begeisterte Tennisspielerin. Sie liebt Luft, Licht und Sonne. Sie ist 50 und hat eine blendende Figur. Hautprobleme hatte Maria bisher noch nie. Doch neuerdings stellt sie verärgert fest, daß die Haut an den Oberarmen dünner wird und Gewebsteile in der Achselgegend schlaff durchhängen. Maria führt diese Hautprobleme aufs Tennisspiel zurück. Maria unterzieht sich seit kurzem wegen leichter Wechselbeschwerden – Wallungen und Schlaflosigkeit – einer Hormonersatztherapie. Durch diese festigte sich zwar das Gewebe einigermaßen, statt dessen aber treten nun braune Flecken im Gesicht auf. Seit Maria die Hormonpräparate aber nur noch am Abend einnimmt, verschwinden auch die Gesichtsflecken wieder. Durch die Östrogenbehandlung strafften sich zwar die Gesichtsfalten und wurde auch die Haut wieder fester – die Falten rund um die Augen wollen aber nicht verschwinden. Erst seit der Arzt eine Progesteronsalbe verschrieb, besserte sich auch der Hautzustand rund um die Augen. Ganz langsam glätten sich die Falten.

     



    Die längste Zeit wurde die Hauptaufgabe der Haut nur darin gesehen, den Körper nach außen abzugrenzen und ihn vor Eindringlingen oder sonstigen Feinden zu schützen. Erst jüngste Forschungen beweisen, daß die Haut weit mehr ist als ein Schutzorgan – die Haut, vor allem die weibliche Haut ist ein ganz wichtiger Kommunikator, der Botschaften verschicken und Wahrnehmungsreize ans Gehirn weiterleiten kann. Im Unterbewußsein ist darüber hinaus fest verankert, daß die Haut etwas mit Schönheit, Erotik und Liebe zu tun haben muß – dieses Organ sendet auch optische Signale aus, die Teil der menschlichen Sexualität sind.

    Die Haut ist also – mit den Augen vergleichbar – ein Wahrnehmungsorgan, das mehr ist als ein dünnes Gewebsstück, das unseren Organismus umkleidet. Auch die Haut entscheidet, wie unsere Kalorien verbrannt werden, ob – und wie – weiße Blutkörperchen auf Stress reagieren, und ob die Liebeswerbung von Spezies untereinander funktioniert.


    Erst unterm Mikroskop werden die vielschichtigen Strukturen der Haut sichtbar. Die Architektur dieses Organs ist hochkomplex: Aus der Haut ragen unzählige kleine Härchen, unmittelbar daneben und dazwischen münden Millionen von Ausführungsgängen, die das Innere des Körpers mit der Oberfläche verbinden. Durch diese Gänge werden Schweiß-, Talg- und Duftstoffe über die Haut verteilt. Im Schweiß sind Salze enthalten, die Bakterien abtöten können; der Schweiß verfügt aber auch über ein ganzes Arsenal von Hormon-ähnlichen Proteinen, die im Körperinnern Eindringlinge – Bakterien, Viren – töten können. Einige dieser Stoffe werden auch von der Haut freigesetzt. Sie überziehen den menschlichen Körper wie einen feinen Film, sodaß Mikroben – die ärgsten Feinde des Menschen – schon an der Haut vernichtet werden können, noch ehe sie in den Körper eindringen.


    Regelmäßiger Saunabesuch gilt als hervorragendes Präventivmittel gegen Erkältungen. Zurecht: Durch die Hitze wird die Schweißdrüsentätigkeit angeregt und durch den Schweiß jede Menge Abfallstoffe aus dem Körper ausgeschwemmt. Mit dem Schweiß werden Bakterien- und Virus-tötende Stoffe an die Körperoberfläche gebracht, wodurch jedem potentiellen Feind ein großzügiges Arsenal biochemischer Waffen entgegengestellt werden kann.


    Die Haut besitzt auch etwas Ähnliches wie eine Kosmetikabteilung, über die der Grad der Elastizität genau geregelt werden kann. Unter der Haut gibt es kleine Drüsen, deren Ausführungsgänge millionenfach an der Hautoberfläche münden. In diesen Gängen werden die Produkte der Talgdrüsen an die Oberfläche transportiert, mit denen Elastizität und Spannkraft der Haut geregelt werden kann. Der Schutz dieses Organs hängt schließlich davon ab, ob es ausreichend eingefettet wird. Die Evolution hat der Haut über die Talgdrüsen eine kleine chemische Fabrik zur Verfügung gestellt, über die Tag- und Nachtcremen hergestellt und direkt auf den Hauttyp angepaßt werden können.


    Die aufregendsten Erkenntnisse lieferte aber die Forschung über die Duftdrüsen, die an gewissen Körperstellen an die Oberfläche münden und hochwertige Duftstoffe freisetzen. Die moderne Zeit überreizt unsere Sinne extrem durch Bilder und Töne. Das älteste Sinnesorgan des Menschen – das Riechorgan – geriet durch diese Reizüberschwemmung etwas ins Hintertreffen. Aber dennoch hat die Natur einen ganz außerordentlichen Mechanismus zur Versendung von Botschaften erfunden. Im menschlichen Gehirn sind unzählige Gene darauf spezialisiert, biochemische Substanzen über die Nase wahrzunehmen und diese Wahrnehmungen ans Gehirn weiterzuleiten. Die Natur hat dieses System etabliert, um die Umgebung wahrzunehmen und mit dieser zu kommunizieren.


    Die Ferhormone – Riechstoffe – spielen in der Tierwelt eine sehr wichtige Rolle. Sie sind Kommunikationsfaktoren, die auch auf die Paarung Einfluß nehmen. Die längste Zeit glaubte die Wissenschaft, die Riechsignale wären nur auf Tiere beschränkt. Daß Riechinformationen auch von der menschlichen Nase aufgenommen und ans Gehirn weitergeleitet werden können, konnte erst kürzlich nachgewiesen werden. Frauen sondern unter ihrer Achsel Duftstoffe ab, die in die Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus anderer Frauen eingreifen können – fast wie ein Hormon. Diese Riechstoffe können den normalen Zyklus verkürzen, sie können ihn verlängern – und das Fulminante dieser erst kürzlich von einem der angesehensten Wissenschaftsmagazine der Welt präsentierten Entdeckung ist, daß zwei nebeneinander lebende Frauen durch ihre Duftstoffe wechselseitig in die Menstruationszyklen eingreifen können.


    Es ist noch nicht lange, daß die Düfte der Haut biochemisch erforscht werden. Immer mehr wird dabei transparent, wie genial eigentlich die Natur war, als sie das Kommunikationssystem Geruch schuf. Man weiß mittlerweile, daß jene Gene, die die unzähligen Duftnoten im Gehirn registrieren, am gleichen Chromosom hängen wie jene immunologischen Kennzeichen, die das Individuelle eines Menschen ausmachen. Jede Zelle trägt an ihrer Oberfläche eine für diesen Menschen spezifische Marke. Diese Markierung verhindert, daß Zellen oder Gewebe von einem Menschen auf den andern übertragen werden können. Dies ist nur dort möglich, wo die Kennmarken über weite Bereiche harmonisieren – zumal eine völlige Ähnlichkeit ja nur bei eineiigen Zwillingen besteht. Aufgrund dieser Nähe zwischen den Genen für die Immunerkennung und den Genen für die Duftwahrnehmung vermutet die Forschung eine Systemverbindung. Spezielle Immunmarken haben die Fähigkeit, spezielle Düfte wahrzunehmen – unser inneres Immunsystem stimmt also mit dem Wahrnehmungsmuster der Nase überein. Dies würde bedeuten, daß der Geruchssinn verhindert, daß sich immunologisch allzu ähnliche Menschen paaren. Das daraus entstehende Kind hätte nämlich den Nachteil, daß ihm jene Kombinationsfülle fehlte und jene Möglichkeiten entgingen, die bei zwei immunologisch unterschiedlichen Elternteilen garantiert sind. Eine Frau erkennt demnach über ihr Duftsystem, ob der ihr gegenüberstehende Mann immunologisch unterschiedlich und somit ein idealer Vater für die gemeinsamen Kinder ist. Die Fortpflanzung und die Erhaltung der Art, aber auch die optimale Ausstattung des Kindes waren schon immer das Prinzip der Evolution.


    Die Haut nützt die Nase, um dem Gehirn anderer Menschen Botschaften zukommen zu lassen. Die Haut kann aber auch – und das ist eigentlich sehr überarschend – sehen. Diesbezügliche Indizien hatte die Wissenschaft schon seit langem. So ist es erwiesen, daß auch blinde Menschen ortsspezifisch einen zirkadianen Rhythmus haben, der dem Sonnenstand entsprechend modifiziert wird. Da Blinde ja nichts sehen können, könnte ihr Körper auf den Tag-Nacht-Zyklus überhaupt nicht reagieren, da die Wahrnehmung übers Auge ja unterbunden ist. Tatsächlich haben aber Blinde tageszyklische Wahrnehmungen, wobei ihnen die Haut – eine Art drittes Auge – wichtige Informationen gibt. An manchen Körperstellen ist die Haut besonders dünn. An diesen Stellen kommen Blutgefäße so weit an die Körperoberfläche, daß Licht diese Gefäße durchdringen kann. So geheimnisvoll es auch scheinen mag, so effizient ist dieses Wahrnehmungssystem: Übers Blut nimmt der Körper Lichteindrücke wahr und teilt diese dem Gehirn mit. Das Hämoglobin spielt dabei die entscheidende Rolle. Dieser Stoff ist ein geometrisch faszinierendes Molekül, das seine Struktur ändert, wenn ein Sauerstoffmolekül an das Eisenatom des Hämoglobins andockt. Das Hämoglobin nimmt aber auch unter Lichteinflüssen unterschiedliche Formen an, die sie sofort dem Gehirn weitermeldet. Die Folge: Auch Blinde können zwischen Tag und Nacht, hell oder dunkel, unterscheiden. Die Haut macht sie sehend.


    Bis vor kurzem war die Medizin der Meinung, die oberste Steuerungszentrale für die großen Körperdrüsen, für Eierstock, Schilddrüse und Nebenniere säße in der Hirnanhangdrüse. Mittlerweile weiß man aber, daß auch die Haut in der Lage ist, dem Nervensystem Botschaften zu übermitteln. Die Haut hat damit eine ähnliche Funktion wie das Gehirn oder die Hirnanhangdrüse – sie ist in der Lage, den Körper auf Streßsituationen umzustellen. Die Hautzellen können unter Stress den gleichen Botenstoff – den sogenannten Cortisol-Releasing-Factor – herstellen, den auch das Gehirn freisetzt, wenn entschieden werden soll, wieviele Streßsubstanzen den Körper durchfluten.


    Die Haut übernimmt also unter gewissen Umständen eine Hirn-ähnliche Funktion. Sie ist befähigt, modifizierte Hirnsubstanzen zu bilden und unter Berücksichtigung einer Augen- und Riech-ähnlichen Funktion Aufgaben des Kopfes zu übernehmen. Die Haut nimmt Stress wahr und leitet diese Information als Signal weiter.


    In sehr beeindruckender Weise hat die molekularbiologische Forschung bestätigt, was im Volksmund fest verankert ist: Das "Nicht-riechen-Können" oder die "Gänsehaut" (bei Furcht, Angst und Stress).


    Die Erkenntnis, daß in den Hautzellen ein zentraler Streßfaktor gebildet und an den Organismus abgegeben wird (der seinerseits die großen Drüsen anregt, Streßhormone zu bilden), ist neu und jedenfalls so erstaunlich, daß die Medizin auch noch nach weiteren Zusammenhängen forscht.


    Seit kurzem ist bekannt, daß die Haut auch mit der Schilddrüse aufs engste kommuniziert. Dieses Organ setzt ein Hormon frei, das für die Wärmebildung, den Stoffwechsel und die Kalorienverwertung wichtig ist. Ein Teil dieses Schilddrüsenhormons wird in einer ruhenden, "schlafenden" Form produziert. Im Muskel oder in anderen Körperteilen, die viel Energie benötigen, wird das nicht aktive Hormon in aktives umgewandelt. Ein Organ, das sehr viel Leistungsarbeit erbringen muß, etwa ein Muskel, benötigt große Energiemengen, die vom (aktivierten) Schilddrüsenhormon in verschiedenen Teilen des Körpers akquiriert werden.


    Genauso wie ein Muskel hat aber auch die Haut die Qualifikation, das "schlafende" Schilddrüsenhormon zu wecken und Energie zu stimulieren. Der Hintergrund dieser doch sehr erstaunlichen Umwandlungspotenz erklärt sich wohl aus der Haut selbst: Dieses Organ benötigt zur Bewältigung der zahlreichen Aufgaben soviel Energie, daß diese auf direktem Weg von der Schilddrüse abgerufen und sichergestellt werden kann.


    Wenn die Haut altert, altert der ganze Körper. Dieser Grundsatz wird dann verständlich, wenn die zahlreichen Aufgaben der Haut überdacht werden – involviert in Fortpflanzung, Energiestoffwechsel, Immunabwehr und Streßbewältigung hat dieses Organ tatsächlich ein breites Wirkungsspektrum. Verständlich, daß vor allem Frauen bemüht sind, die Haut gesund und schön zu erhalten. Es ist ebenfalls Teil der Natur, daß die angebliche weibliche Eitelkeit in Wirklichkeit eher zur biologischen Notwendigkeit geworden ist. Anders gesagt: In Wirklichkeit ist die weibliche Schönheitspflege auch Teil der Fortpflanzungsstrategie.


    Solange eine Schwangerschaft möglich ist, halten die weiblichen Keimdrüsen auch die Haut fit. In den zwei bis drei Jahrzehnten, in denen die Frau fruchtbar ist, hat die Natur den weiblichen Organismus mit allen Privilegien ausgestattet, die dazu dienen, Schwangerschaft und Geburt zu ermöglichen. Der Eierstock sorgt also direkt für die Produktion der Eizellen, und indirekt konditioniert er auch den weiblichen Organismus die Mühen der Fortpflanzung zu ertragen. Das ist eine aktive und passive Reproduktionsrolle, die der Frau zugemutet wird. Nach dem Wechsel fällt der Schutz, der sich aus dieser Aufgabenstellung ergibt, wieder weg.


    Medizinisch wurden die von der Natur genial konstruierten Zusammenhänge schon fast bis ins Detail erforscht. Dabei konnte erkannt werden, daß die Haut - ähnlich wie Herz, Skelettsystem und Gehirn – unter dem Schutz jener Hormone steht, die an der direkten Entstehung des Embryos beteiligt sind. Die Haut ist ein Organ, das der Regeneration unterliegt. Ähnlich den Haaren leben die obersten Hautzellen ungefähr 100 Tage. Altert der Mensch, bzw. kommt die Frau in den Wechsel, verringert sich die Lebensdauer der Hautzellen auf 46 Tage. Östrogene verlängern die Lebensdauer der Haut und bewirken auch eine schnellere Regeneration. Also sind die Eierstockhormone Motor dieser Zellerneuerung. Interessanterweise bedient sich das Östrogen eines Hilfshormons (des sogenannten Insulin-ähnlichen Wachstumshormons), das die Muskeln vergrößert, die Knochen stärkt und die Haut verjüngt. Ist dieses Hilfshormon defizitär, entsteht – als typisches Problem der Wechseljahre – eine dünne, durchsichtige und leicht verletzliche Haut.


    Hautanomalien wie diese sind ein frauenspezifisches Leiden – aber ein Leiden, das nicht unbedingt hingenommen werden muß.


    Mit einer Hormonersatztherapie kann diese "dünne", bzw. die im Wechsel immer dünner werdende Haut einigermaßen unter Kontrolle gebracht werden. Dabei ist es nicht sinnvoll, die erfoderlichen Östrogenpräparate in Tablettenform oder als Injektion anzuwenden – auf diesem Weg würde der gesamte Körper mit Hormonen überschwemmt, auch an Stellen, an denen überhaupt kein Bedarf besteht. Klagt die Patientin über keine anderen Wechselbeschwerden, können die Östrogene als Salbe direkt auf die Haut – und zwar dort, wo sie schlaff und dünn geworden ist - aufgetragen werden. In den Apotheken sind bereits mehrere östrogenhaltige Salben verfügbar, die bereits in ganz Europa ausgereift und erprobt sind.


    Auf dem Sektor der kosmetischen Perspektive explodiert derzeit die Medizin. Der Markt mit neu entwickelten Hormonen boomt – die Präparate werden immer ausgetüftelter. Der aktuellste Trend sind Pflanzenhormone, die – da den Hormonen des Menschen ähnlich - für kosmetische Zwecke sehr gut geeignet sind. Soja beispielsweise enthält einen östrogenähnlichen Stoff, das Genistein, der als Balsam direkt auf die Haut aufgetragen werden kann. Der Vorteil dieser Lotion: Sie besteht aus pflanzlichem Östrogen und enthält auch eine Fülle wichtiger Aminosäuren, die direkt durch die Haut aufgenommen werden können.


    Die menschliche Haut verfügt über schuppenartige Zellen, die sogenannten Keratinozyten, die wie lebende Dachziegel das Organ schützen. Wie so viele andere, stehen auch diese Zellen unter dem Einfluß der Eierstöcke. Pralle Sonne färbt die Haut braun – ein Werk der Melanozyten, welche unter UV-Einstrahlung ihre Farbe wechseln. Dabei stellt diese Braunfärbung eigentlich einen Schutzmechanismus dar. Starke Sonnenbestrahlung setzt die Haut einem enorm starken Stress aus – die Haut selbst wird dabei geschädigt. Wie sehr, zeigt ein weißes Blatt Papier, das zwei Wochen lang dem Sonnenlicht ausgesetzt ist: Das Papier färbt sich braun bis dunkelbraun, es wirft Falten und wird brüchig. Haut, die sehr lange der Sonne ausgesetzt wird, kann also dramatisch geschädigt werden. Um sich nun gegen die zerstörenden UV-Strahlen zu wehren, bedient sich der Organismus der Melanozyten. Diese Zellen wirken wie Polizisten, die sich wie ein Schutzschild vor die UV-Einwirkung stellen. Diese Zellen werden braun, wodurch sie weiteres Sonnenlicht absorbieren und den Strahlen den Zutritt zum Körper verwehren. Braungebrannte Haut mag ein Zeichen von besonderem Sex-Appeal sein – die Wahrheit aber ist weniger freundlich: Die Haut ist tatsächlich braun "gebrannt", sie unterliegt in diesem Zustand dem schlimmsten Stress und müßte eigentlich vor weiterer UV-Strahlung dringend geschützt werden. Wie ernst die Gefahr in dieser Situation ist, beweist ein weiterer Schutzmechanismus: Unter Stress setzt die Hirnanhangdrüse ein Hormon frei, das die Braunfärbung der Haut noch mehr unterstützt. Vereinfacht gesagt überzieht in dieser extremen Gefahr der Organismus den Körper mit einem dunklen Kleid, das die weiter eindringenden Strahlen zurückweisen soll.


    Wie perfekt die Systemvernetzung ist, beweist die Einschaltung des Ovars. Denn der Schutz des Körpers vor schädlichen UV-Strahlen ist auch eine der Aufgaben des Eierstocks. Ähnlich wie die Hirnanhangdrüse gibt das Eierstock-Östrogen der Haut den Befehl zur Verdunkelung und zur UV-Abwehr. Frauen merken während der Pilleneinnahmen unter Östrogeneinfluß – meist als lästig empfundene – Pigmentflecken. Diese meist hell- bis dunkelbraun gefärbten Hautflächen unterschiedlichster Größe sind ebenfalls ein Schutzschild gegen zuviel Sonneneinstrahlung. Dieser segensreiche Mechanismus entsteht dann, wenn die Frau einen höheren Östrogenspiegel hat, wie das unter der Pille der Fall ist. In diesem Fall schießen die Schutzreaktionen der Haut über –pigmentierte Flecken, sogenannte Chloasmen, entstehen. Derartige Phänomene können sich innerhalb kürzester Zeit einstellen – kaum geht eine Frau mit erhöhtem Östrogen in die pralle Sonne, stellen sich auch schon solche Flecken ein. Es ist daher ratsam, während der Schwangerschaft besser auf das Sonnenbad zu verzichten. Frauen, die die Pille nehmen oder Frauen, die in höherem Alter (in den Wechseljahren und danach) eine Hormonersatztherapie durchführen, sollten die Präparate am besten in den Abendstunden einnehmen, wenn die Sonnenbestrahlung fehlt. Dadurch wird die übermäßige Pigmentfleckenbildung möglichst gering gehalten.


    Die Haut ist ein erstaunlich kompliziertes Organ. Es reagiert auf Sonne, Gerüche und auf Hormone, es korrespondiert mit dem Eierstock und dem Gehirn – und es bildet auch ein Abwehrsystem gegen Feinde.


    In der Haut befinden sich nämlich Kriechzellen, die vom Ovar gesteuert werden. Diese kriechenden Zellen gleichen einem Polypen mit zahllosen Armen, die konsequent die verschiedenen Hautschichten durchwandern und dabei höchst wachsam sind. Diese Zellen orten eindringende Feinde - Bakterien oder Viren – und ziehen gegen diese in den Krieg. Wird ein solcher Eindringling ertappt, vergrößern die Kriechzellen ihre Fortsätze – dann umschlingen sie den Feind in tödlicher Umarmung. Das Opfer wird verspeist und verdaut. Und die Verdauungsreste werden an der Hautoberfläche abgelagert. Ein gut ausgetüfteltes Warnsystem springt dadurch an: Durch die Ablagerung an der Oberfläche weisen die Kriechzellen die Immunzellen auf die Feindberührung hin. Daraufhin tasten die weißen Blutkörperchen die verdauten Reste des Eindringlings ab; sie spezifizieren den Feind und dessen Eigenheiten; und schon machen sich wieder Zellen auf den Weg, um gleichartige Eindringlinge aufzustöbern, zu vernichten, wieder zu verdauen, wieder oberflächlich abzulagern, und so fort.


    Diese Kriechsoldaten werden Langerhans'sche Zellen genannt – und es handelt sich dabei um ein Abwehrsystem, das für die Immunisierung der Haut von größter Wichtigkeit ist. Es wundert nicht, daß auch diese Schutzzellen unter dem Einfluß des Ovars stehen - diesmal freilich ist es das Schwangerschaftshormon Progesteron, das die Immunkraft der Haut um ein Vielfaches erhöht. Das Progesteron vermehrt die Langerhans'schen Zellen und stattet damit die Haut mit dem Sensorium aus, angreifende Feinde schneller und exakter zu orten. Gleichzeitig werden Mechanismen in Gang gesetzt, die eine Vermehrung der Angreifer unterbinden.


    Die Schwangerschaft ist eine Lebensphase, während der das Leben der Frau besonders geschützt werden muß. Dazu gehört vor allem die Abwehr von Eindringlingen und Bakterien. In dieser Zeit ist die allgemeine Immunabwehr des weiblichen Organismus herabgesetzt: Das heranreifende Kind ist ein Fremdkörper, der eigentlich abgestoßen werden sollte. Damit der Organismus den Embryo akzeptiert, muß die Immunabwehr neutralisiert werden. Um den Embryo nicht zu gefährden, steigt also während der Schwangerschaft die Toleranz der Mutter gegenüber Fremdgewebe. Die Gefahr dabei ist, daß sich im Schatten dieser Gewebstoleranz Bakterien und Viren explosionsartig vermehren. Die Natur setzt nun die Abwehr gleich an vorderster Stelle in Gang – sie unterbindet durch die Langerhans'schen Zellen den Eintritt der Keime in den weiblichen Organismus. Die Haut nimmt also – gesteuert vom Gelbkörperhormon – die Aufgabe einer Schutzpolizei wahr, die dem heranreifenden Kind ideale Überlebensmöglichkeiten bietet.


    In den tieferen Hautschichten verleiht das Kollagen – eine Stützsubstanz – dem Körper Straffheit und jugendliches Aussehen. Bricht das Kollagen ein, werden Körperstellen "schwabbelig", die Haut wirft Falten und sogar die Blutgefäße, die ebenfalls durch kollagenähnliche Bestandteile ummantelt sind, werden brüchig und starr.


    Die Eierstockhormone kümmern sich in ganz besonderer Weise um dieses Kollagen, was bis in die Frühgeschichte des Lebens zurückverfolgt werden kann. Heuschrecken, Insekten und andere panzerbildende Kleintiere bilden ihre harte Schale unter dem Regime des Insektenhormons Ektyson. Vergleicht man nun die chemische Formel dieses uralten Häutungshormons mit jener der Eierstockhormone, ist eine frappante Ähnlichkeit augenscheinlich. Und nicht zufällig, denn schon vor Hunderten Millionen Jahren waren östrogenähnliche Substanzen für die Kollagenbildung verantwortlich. Mit dem Auftreten der Wirbeltiere wurde dieser Gleichklang zwischen Östrogen und Kollagen sogar noch verbessert. Das Östrogen übernahm nicht nur für das Hautkollagen, sondern auch noch für das kollagenähnliche Stützgewebe im Knochen die Verantwortung. Seit einigen Jahren ist es gesicherte medizinische Erkenntnis, daß das Skelettsystem der Frau vom Östrogen ganz besonders geschützt wird. Fehlt dieses weibliche Hormon, ist sehr oft die gefürchtete Osteoporose (Knochenerweichung) eine tragische Folge. Und so wie das Östrogen diese Knochenkrankheit verhindert und somit einen biologischen Schutz für das Skelettsystem aufbietet, ist dieses Hormon auch für das Kollagen der Haut verantwortlich.


    Das Hautkollagen wird mit speziellen Ultraschallgeräten gemessen und graphisch erfaßt. Mit dieser neuen Untersuchungsmethode konnte erstmals der Kollagenschwund in der Menopause bewiesen werden.


    Bei manchen Frauen bewirkt der Östrogenabfall während der Menopause eine Erhöhung des Cholesterins (Gefahr des Herzinfarkts und anderer koronarer Herzkrankheiten), eine Erweichung der Knochen und eine sehr starke Reduktion des Hautkollagens. Durch externe Hormonzufuhr – eine Östrogenreplacement-Therapie – kann das Defizit wieder ausgeglichen werden. Womit übrigens der Zusammenhang zwischen dem Kollagen und den weiblichen Geschlechtshormonen auch klinisch bestätigt wäre.


    Es gibt aber noch engere Zusammenhänge. Erst kürzlich wurde medizinisch bewiesen, daß nicht nur das Östrogen, sondern auch das Gelbkörperhormon (Progesteron) den Kollagengehalt der Haut entscheidend beeinflußt. Entdeckt wurde diese Eigenschaft beim Beckenboden. Bekanntlich wird dieser Stützteil des Unterkörpers bei manchen Frauen in den Wechseljahren schwächer, weil er Kollagen einbüßt. Die Folgen: Gebärmuttersenkung, Harninkontinenz.


    In diesem Stadium der Krankheit wurden viele Frauen mit Östrogen therapiert – was erstaunlicherweise dazu führte, daß es zu weiterem Harnverlust und zur Verschlechterung der Gebärmuttersenkung kam. Nach und nach wurden dann die Zusammenhänge klarer: Östrogen forciert zwar die Kollagenbildung im Beckenboden, durch diese Neubildung werden aber gleichzeitig jene biochemischen Scheren - Kollagenasen – mobilisiert, die das neue Gewebe sofort wieder zerlegen und abbauen.


    Es dauerte geraume Zeit, bis die Erkenntnis reifte, daß es nicht auf die Kollagenneubildung (Synthese), sondern auf die Balance zwischen Auf- und Abbau ankommt. Und dabei greift das Gelbkörperhormon ins Geschehen ein. Es verhindert das Zerschneiden des Kollagens, und fördert die Beständigkeit des durch die Östrogengabe bewirkten Neukollagens. Das Progesteron hemmt also die Kollagenasen an der Durchführung ihres Zerstörungswerkes.


    Vordergründig erscheint es absolut unverständlich, wenn das Progesteron das Kollagen vor der Zerkleinerung schützt und umgekehrt das Kollagen zerschnitten wird, wenn das Progesteron ins Defizit abgleitet. Das ist, so scheint es, ein Widerspruch in sich selbst.


    Der Schein trügt indessen. Was zunächst als absolut unverständlich erscheinen mag, entpuppt sich bei näherer Analyse als wahrhaft genialer Plan der Natur. Zunächst: Der Organismus muß mitunter altes Gewebe erneuern. Er muß auch überschüssige Zellen und Fasern zerstören, wenn sie alt und schadhaft geworden sind und daher nicht mehr gebraucht werden. Solche "Umstrukturierungen" spielen sich beispielsweise an der Gebärmutter nach der Geburt ab. Es wäre ja schließlich untragbar, daß eine auf die Größe eines Fußballes aufgeblähte Gebärmutter nach der Entbindung weiterhin in diesem Zustand verharrte. Tatsächlich macht es die Natur möglich, daß die Gebärmutter innerhalb von zwei Wochen wieder auf ihre ursprünglich vorhanden gewesene Größe schrumpft.


    Technisch wird diese Volumsreduktion durch die biochemischen Scheren – die Kollagenasen – bewirkt. Eingeleitet wird dieser Verkleinerungsprozeß durch das Progesteron. Dieses Hormon hält die ganze Schwangerschaft über die Kollagenasen unter Schach, damit die nicht zum falschen – zum frühen – Zeitpunkt mit dem Gebärmutterabbau beginnen. Das Gelbkörperhormon bildet dabei eine hormonelle Schranke – es unterbindet die Zerstörung. Wäre das nicht der Fall, könnte die Gebärmutter mit dem Embryo nicht wachsen. Durch den Progesteroneingriff kann sich das Gewebe dehnen und mit ihm das werdende Kind entwickeln. Unmittelbar nach der Entbindung fällt der Progesteronspiegel rapid ab. Sofort werden die Kollagenasen entkoppelt. Sie beginnen hemmungslos auszuschwirren und das durch die Dehnung extrem in Mitleidenschaft gezogene Gewebe der Gebärmutter wegzuknabbern. Nach zwei Wochen ist das Zerkleinerungswerk beendet – und die Gebärmutter ist wieder ein Organ mit ganz normaler Größe.


    Und ein Vorgang, der zunächst völlig widersprüchlich erscheint, bekommt ganz plötzlich wieder Sinn. Der Zweck des Progesteronabfalles ist somit erklärbar – die Gebärmutter wird durch diesen Vorgang wieder zurechtgeformt.


    Die Natur hat ein erstaunlich breites biochemisches Potential an der Hand, das beim gleichen Organismus, zu verschiedenen Zeiten, für völlig unterschiedliche Aufgaben und in stets variierender Kombination und Form eingesetzt wird. Primär haben Gebärmutter und Haut ja wirklich nichts gemein – und doch sind beide Organe hormonell aufs engste miteinander verbunden.


    Die gleichen biochemischen Scheren, die den Uterus nach der Geburt auf die normale Größe zurechtschneiden, wirken auch in der Haut. Dort bremst das Gelbkörperhormon den verstärkten Kollagenabbau. Genußgifte – allen voran Alkohol und Nikotin – und intensive Sonneneinstrahlung bewirken beträchtliche Hautschäden. Die bekannten Krähenfüße im Augenbereich identifizieren sofort jeden Raucher. Und genau diese kleinen Falten sind das durch den Nikotinkonsum ausgelöste Werk emsiger Kollagenasen. Sie zerstören das Stütz- und Bindegewebe der Gesichtshaut, Falten sind die Folge. Bei übermäßiger Sonnenbestrahlung werden freie Radikale – unkontrollierbare und zerstörerische Elektronenströme – freigesetzt, die prompt die Kollagenasen mobilisieren, die ihrerseits das Kollagen der Haut unterwandern und zerstören.


    Die Hautalterung hängt demnach nicht allein vom Östrogenmangel ab. Dieses Hormon ist quasi ein "innerer Faktor", der für die "innere Hautalterung" verantwortlich ist. Daneben gibt es aber auch noch weitere - äußere – Faktoren, die der Hautqualität arg zusetzen können ("äußere Hautalterung"). Zu diesen externen Faktoren zählen als wichtigste Einwirkungen die UV-Strahlung und das Zigarettenrauchen. Die äußere Alterung kann durch Hormone gebremst werden. Seit längerer Zeit werden ja in der Dermatologie Vitamin-A-Säure-Derivate gegen die vorzeitige Hautalterung eingesetzt. Sie haben die gleiche Wirkung wie das Gelbkörperhormon Progesteron – sie blockieren die Kollagenasen und verhindern den allzuraschen Abbau des Stützgewebes der Haut. Ob Vitamin-A-Säure oder Gelbkörperhormon – die Wirkung ist gleich. Viele Frauen wissen das aus eigenem Erleben: Ihre Haut war noch nie so schön wie während der Schwangerschaft. Und das geschieht nicht zufällig, denn während der Gravidität durchflutet Progesteron den Körper in Höchstdosen. Dieses Hormon wird daher in immer stärkerem Maß als Kosmetikum eingesetzt.


    In einigen europäischen Ländern gibt es bereits Präparate, die sowohl Östrogen als auch Progesteron enthalten. Diese Kosmetika enthalten auch Vitamin C, wobei alles zusammen zur Creme vermischt wurde. Vitamin C ist wichtig für die Aktivierung von Kollagen. Wie wichtig Vitamin C ist, zeigt die Skorbut-Krankheit. Der Skorbut – ein typisches Seefahrerleiden – entsteht durch Mangel dieses Vitamins und führt zur Brüchigkeit des Kollagens. Dieses Hautbindegewebe wird dabei so spröde, daß sogar die Blutgefäße platzen und starke Hautblutungen entstehen.


    Die kosmetische Hauttherapie hat daher das Ziel, die Kollagensynthese (Neubildung des Hautbindegewebes) anzuregen. Dazu wird Östrogen als Salbe lokal aufgetragen. Um einen übermäßig starken Kollagenabbau zu bremsen, wird auch die Applizierung von Progesteron empfohlen. Und um einzelne Kollagenbestandteile zu forcieren, sollte die Haut mit Vitamin C behandelt werden.


    Aber auch Zink und Selen sind wichtig für die Haut. Beide Spurenelemente sind Bestandteile von Enzymen, die den Organismus vor den berüchtigten freien Radikalen schützen. Freie Radikale sind im Körper herumirrende Elektronen, die verheerende Wirkungen haben können. Im Extremfall führen sie sogar zum Tod.


    Übermäßige Sonnenbestrahlung fördert die Radikalbildung. Die Haut hat aber soviele Enzyme, deren Aufgabe es ist, den Organismus vor Radikalen zuschützen. Selen und Zink lokal angewendet, stellt die radikalfangende Enzymaktivität sicher und schützt daher bis zu einem gewissen Maß den Organismus vor ärgeren Schäden. Übersteigt aber die Radikalbildung das Maß des Schutzes, wird also die Hautbräunung zur Hautverbrennung, kann der Schutz durch Enzyme nicht mehr garantiert werden – die Hautzellen geraten außer Kontrolle. Im Extremfall bildet sich das gefürchtete Melanom – der Hautkrebs.
        

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