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    Das Dinner Cancelling Konzept



    Vor mehr als 3000 Jahren prägte ein wissender Chinese ein Sprichwort, das besonders in der heutigen Zeit an Aktualität gewinnt: "Das Abendessen überlasse Deinen Feinden".


    Der frühere Wiener Erzbischof Kardinal König erfreut sich weit über das 90. Lebensjahr hinaus einer robusten physischen und auffallend frischen geistigen Kondition. Naturgemäß wird ihm oft die Frage gestellt, worauf er, trotz vieler Enttäuschungen und Belastungen, seine gute Gesundheit begründet. Den wahrscheinlich wichtigsten Grund verschweigt er: es ist nicht nur die gesunde Bauernfamilie aus der er kommt, nicht nur die regelmäßige körperliche Aktivität, der er sich mehrmals pro Woche unterzieht; es ist vor allem eine Lebensgewohnheit, die nur seinen engsten Vertrauten bekannt ist, und die er seit seinem 50. Lebensjahr, kurz nachdem er zu Bischof geweiht wurde praktiziert: wann immer es geht, verzichtet er auf das Abendessen bzw. reduziert es auf einen gerösteten Apfel mit etwas Honig, gerade so viel Zuckermoleküle, daß der Schlaf unter der Nahrungskarenz nicht leidet.

     

    Wer es selbst einmal übers Herz bringt, mittags das letzte Mal zu essen und nächsten Tag am Morgen sein Gesicht im Spiegel bewundert, der wird tatsächlich einen Unterschied zu jenen Tagen bemerken, an denen er am Abend den Magen gefüllt, unter Umständen sich an Alkohol und Nikotin versündigte und dann mit Nahrung und Suchtgiften beladen die Nacht unruhig verbracht hat. Nichts kann bei diesem kleinen Experiment passieren. Keine unerwünschte Nebenwirkung tritt auf, wenn man einmal dieses Rezept realisiert und auf das Abendessen verzichtet.

     

    Allerdings wirft dieser Gesundheitsbrunnen zwei Probleme auf: der menschliche Körper ist mehr von seinen Gewohnheiten abhängig als wir glauben. Gewährt man ihm täglich am Abend ein Essen, so meldet er sich stereotyp und verlangt mit Wehemenz Nahrung, wenn man sie ihm nicht bietet. Die Abendmahlzeit zu canceln kann mitunter ein größeres Opfer darstellen als man glaubt, deswegen muß man dem Hungergefühl vorkommen, und den Magen mit warmem Kräutertee füllen, solange er noch nicht seine Hungerbotschaft dem Gehirn meldet. Zwei Stunden bevor man ansonsten das Abendessen einnimmt, soll man stündlich einige Tassen warmen Kräutertees zu sich nehmen und dies zu jeder vollen Stunde wiederholen. Kommt zwischendurch Hungergefühl auf, so muß dieses sofort mit der Flüssigkeitszufuhr unterdrückt werden. Damit wird der Magen getäuscht. Die Flüssigkeitszufuhr dehnt ihn und unterbindet zumindest einen Teil der Signale, die für die Entstehung des Hungergefühls verantwortlich sind.

     

    Aber auch ein zweites Problem kann mit dem Dinner-Cancelling entstehen: selbst wenn man einschläft, wacht man mitunter in der Nacht auf und entwickelt einen Heißhunger, der schlafwandlerische Weg zum Kühlschrank ist kaum zu umgehen. Durch einen kleinen Kunstgriff kann es gelingen, den Ruf des Magens zu überhören: das Hungergefühl unseres Körpers wird durch komplizierte Mechanismen ausgelöst, ein Zuckermangel im Gehirn trägt wesentlich dazu bei, daß der Magen nach Nahrung ruft. Kohlenhydrate sind geringere Energieträger als Fette, letztere sollte man abends unbedingt meiden. Um sich den Schlaf nicht zu verderben, kann man unmittelbar vor dem Schlafengehen ein kleines Stück Schokolade oder einen Teelöffel Honig mit warmer Milch zu sich nehmen. Dies fördert den Schlaf und stellt einen Kompromiß beim Dinner-Cancelling dar.

     

    Dem Verzicht auf das Abendessen muß allerdings auch unser Gehirn zustimmen, die mentale Akzeptanz dieser Änderung unserer Lebensgewohnheiten ist für den Erfolg von großer Bedeutung. Hilfreich kann dabei das Wissen um jene Reaktionen sein, die in unserem Körper ablaufen, wenn es uns tatsächlich gelingt, das Abendessen zu canceln.

     

    Jeder von uns trägt bösartige Zellen in sich, die allerdings vom körpereigenen Immunsystem, von unserer Polizei, in den meisten Fällen erkannt und zerstört werden. Mitunter können sich diese Zellen verkriechen und bleiben über Jahrzehnte unerkannt in unserem Körper. Reduziert man die Kalorien, und dies ist beim Verzicht auf das Abendessen der Fall - so werden wergen des Energiesparens Zellen die der Organismus nicht mehr benötigt abgestoßen und aufgelöst. Aus Gründen, die noch nicht genau erklärt werden können, unterwirft der Körper in Hungerzuständen vor allem die bösartigen Zellen dem programmierten Tod, er entledigt sich von selbst der Krebszellen, in dem er ihnen als erste die Nahrung entzieht. Die Wissenschaft hat für diesen programmierten Zelltod einen eigenen Ausdruck kreiert, Apoptose heißt dieser Vorgang, der durch die Kalorienreduktion ausgelöst wird. Wahrscheinlich ist dies auch die Erklärung für jenes Phänomen, vor dem die Altersforschung staunend steht. Die einzige Möglichkeit, das Leben verlängern besteht im Verzicht auf Kalorien, das Dinner-Cancelling-Konzept ist ein erfolgreicher Weg dazu und steht demnach auf gutem wissenschaftlichen Boden.

     

    Eine weitere Erklärung für den lebensverlängernden Effekt des abendlichen Fastens liegt in einem anderen biologischen Mechanismus: unser Körper produziert permanent Proteine, die Muskel aufbauen, Organe bilden aber auch für die Synthese von Hormonen und Immunglobulinen unverzichtbare Voraussetzungen sind. Proteine sind Eiweißkörper, die einer komplizierten Struktur unterliegen und, nachdem sie die Zellfabrik verlassen, erst in ihre endgültige Form gebracht werden.

     

    Heat Shock-Moleküle heißen jene Strukturen, die für das endgültige Design der Proteine - und diese sind die Grundlage unseres Körpers - verantwortlich sind. Durch das abendliche Fasten steigen diese Heat Shock-Proteine an und stellen sicher, daß die Eiweißstrukturen unseres Körpers auch tatsächlich die richtige Form und den letzten Schliff bekommen. Dadurch ist ihre Funktionsfähigkeit garantiert. Warum es gerade das Fasten ist, das dieses Proteindesigning zu Höchstleistungen anregt, kann derzeit die Wissenschaft ebenfalls noch nicht ausreichend beantworten.

     

    Aber es gibt noch andere Beweggründe, die die mentale Akzeptanz des abendlichen Fastens verbessern. Sinken die verfügbaren Kalorien, so bildet der Körper zwei Hormone, die mit dem Jungbleiben seit einiger Zeit in Zusammenhang gebracht werden: das interner Link folgtMelatonin und interner Link folgtWachstumshormon.

     

    Das Wachstumshormon der Hirnanhangsdrüse unterliegt einem sogenannten "zirkadianem Rhythmus", das heißt, während des Tages bzw. während der Naht wird es in unterschiedlichen Konzentrationen synthetisiert. Kurz nach Mitternacht setzt der Körper die größten Mengen von Wachstumshormon frei, die in unserem Körper Reparaturen vornehmen, um ihn für den nächsten Tag wieder zu wappnen. Eine kalorienreiche Abendmahlzeit verringert die Wachstumshormonfreisetzung; umgekehrt können die normalerweise in der Nacht stattfindenden Wachstumshormonspitzen noch vermehrt werden, wenn der Magen leer ist. Durch das Dinner-Cancelling-Konzept bringt man den Körper dazu, das teure Wachstumshormon von selbst freizusetzen und benötigt dadurch nicht das teure gentechnologische Wachstumshormonpräparat.

     

    Ähnliches gilt auch für das Melatonin, das bekanntlich in der Nacht in hohen Mengen von der Epiphyse, dem Pinealorgan des Gehirns freigesetzt wird. Ein leerer Magen regt das Gehirn an, vermehrt Melatonin zu bilden, was mit der allgemeinen Erfahrung übereinstimmt, daß man mit leerem Magen besser schläft als mit vollem.

     

    Antiaging-Strategie bedeutet nicht immer, dem Körper fehlende Substanzen zuzuführen, mitunter gelingt es auch, die körpereigene Syntheseleistung für bestimmte Hormone und Steuerungsproteine zu verbessern. Zumindest für zwei wichtige Substanzen unseres Körper, für das Wachstumshormon und für das Melatonin ist dies naturwissenschaftlich erwiesen: durch das Dinner-Cancelling-Konzept steigen beide Substanzen von selbst an und bewirken damit ihren jung- erhaltenden Effekt, ohne daß man sie käuflich erwerben und künstlich zuführen müßte.

     

    Das verjüngende Dinner-Cancelling-Konzept hat allerdings einen großen Gegner: die Berufstätigkeit. Viele Familien arbeiten den ganzen Tag und finden erst abends Zeit, sich zusammen zu setzten, um bei einem gemeinsamen Abendessen den Tag ausklingen zu lassen. Würde man täglich das Dinner-Cancelling exekutieren, so würde man bald asozial werden. Auch hier muß man, wie so oft im Leben, einen Kompromiß eingehen. Das Wochenende eignet sich meist hervorragend, eine gemeinsame Mittagsmahlzeit zu zelebrieren. Die Störung der Berufstätigkeit ist am Samstag und Sonntag nicht vorhanden, die soziale Komponente des Abendessens kann auf das Mittagmahl transferiert werden.

     

    Aber auch ein anderer Kompromiß wäre gangbar: wie in früheren Zeiten kann man zwei Tage während der Woche auswählen, an denen man mit dem Abendessen zurückhaltend ist. Es müssen nicht Fasttage, wohl aber Kalorienreduktionstage sein. Natürlich bedeutet auch dies ein gewisses Opfer und stellt jeden Menschen vor die Entscheidung, die er für sich selbst fällen muß; die Gesundheitsstabilisierung und auch die Lebensverlängerung hat ihren Preis, ob man ihn zu zahlen bereit ist, muß jeder für sich entscheiden.

     

    Das gelegentliche Fasten entspricht mehr der Menschheitsgeschichte als das Leben im Überfluß. In den vergangenen hunderttausend Jahren hatte der menschliche Organismus nie so viel Nahrung zur Verfügung wie jetzt. Unser Körper wurde von der Evolution konditioniert, ab und zu Hunger zu haben. Dies erklärt auch, warum er gegen manche Zivilisationskrankheiten nicht gerüstet ist: einen hohen Cholesterinspiegel hat es in den vergangenen Jahrtausenden nie gegeben, so viel zum Essen hatten die Menschen nicht, daß die Blutgefäße durch ein Zuviel an Lipiden belastet wurde. Deswegen hat Mutter Natur auch dafür nicht vorgesorgt. Erst in den letzten Jahrzehnten sieht sie sich mit diesem Wohlstandsproblem konfrontiert und ist sichtlich überrascht. Der jahrtausendalten Tradition, in der der Mensch steht, kommt das gelegentliche Fasten sicher entgegen, die Natur hatte es vorgesehen und unseren Körper dafür adjustiert.

     

    Das abendliche Fasten und die dadurch erhöhte Melatonin-Sekretion hat noch einen anderen Aspekt, der von der Wissenschaft derzeit intensiv erforscht wird, wie wohl es noch zu früh ist, ihn in die Antiaging-Strategie zu inkorporieren. Eine Wirkung des Melatonins besteht darin, die Körpertemperatur zu senken und Nacht für Nacht einen "Hibernisationeffekt" in unserem Organismus zu bewirken. Manche biologische Reaktionen, die bei Tieren nur während des Winterschlafs stattfinden, praktiziert normalerweise der Homo Sapiens Nacht für Nacht: durch den erhöhten Melatonin-Anstieg - er ist auch für den Winterschlaf bei Tieren mitverantwortlich - wird die Geschlechtshormon-Sekretion gedrosselt, die Nebennierenrinde und die Keimdrüsen arbeiten langsamer, der Blutdruck sinkt und damit auch die Temperatur. All dies sind Veränderungen, die sowohl bei Tieren im Rahmen des Winterschlafes als auch beim Menschen in der Nacht stattfinden. Gleichzeitig sinkt die Körpertemperatur um drei bis vier Zehntel Grad, die Billionen Zellen unseres Körpers arbeiten dadurch langsamer und werden weniger belastet. Die Absenkung der Körpertemperatur ist ein Gebiet der Altersforschung, der für die Verlängerung des Lebens und vor allem für die Verbesserung zahlreicher Organfunktionen von Bedeutung werden wird. Man kann die Situation gut mit einem Auto vergleichen: wird dieses permanent hochtourig gefahren, so ist die Defektanfälligkeit und der Verschleiß wahrscheinlicher als bei einem langsam verwendeten Fahrzeug. Mit dem menschlichen Organismus ist es ähnlich: werden die unzähligen biologischen Reaktionen der Zelle reduziert, so sinkt gleichzeitig auch die Irrtumsanfälligkeit, unser Körper hat darüber hinaus Zeit und Energie, notwendige Reparaturen innerhalb der einzelnen Organe vorzunehmen. Allerdings kann das Melatonin nur dann die Geschwindigkeit der biologischen Reaktionen drosseln, wenn nicht gleichzeitig Energieresurcen über dem vollen Magen dem Organsmus angeboten werden. Das Dinner-Cancelling-Konzept, das von sich aus den Melatonin-Spiegel hebt, kommt dabei vielen Zellfunktionen entgegen. Bei vollem Magen müssen die Energieresourcen verwertet werden, ein gleichzeitiges Energiesparen ist dabei nicht möglich.

     


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